Vereine aus Hönnepel spenden für Flutopfer in Odendorf

Kalkar/Swisttal. Gemeinsam an die Flutopfer denken, sie nicht vergessen und helfen: Unter diesem Motto haben mehrere Vereine in Hönnepel 3100 Euro an die Flutopfer in Swisttal-Odendorf gespendet. Für die Spendenübergabe waren sie selbst vor Ort und haben sich ein Bild der derzeitigen Situation gemacht.

„Ich bin überglücklich, dass alle Vereine aus dem Dorf sofort mitgemacht haben“ freut sich Norbert Remy, der Vorsitzende des Martinskomitees in Hönnepel. Er hatte die Idee, für die Fluthilfe Swisttal-Odendorf zu spenden und holte die Vereine aus dem Dorf mit dazu: Die freiwillige Feuerwehr, den Schützenverein, die Altenstube, den Tambourcorps, die Vereinsrunde und die Gruppe des Dorfes zur Aktion „Kalkar radelt“. Am Ende sind durch die Spende aller Vereine und die Spenden beim St. Martins Fest 3100 Euro zusammengekommen. Das Geld wird direkt vor Ort für diverse Projekte eingesetzt, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Familien, die von der Flutkatastrophe stark betroffen sind, insbesondere psychisch. „Die von der Flut betroffenen Familien benötigen Auszeiten zum Auftanken. Ein Ausflug in den Zoo, ein Wochenende in einer Ferienwohnung, um einfach mal auf andere Gedanken zu kommen, und einfach mal für sich zu sein“, beschreibt es Elke Friedrich von der Fluthilfe Odendorf. Sie und ihr Kollege Kai Imsande, der ebenfalls seit der Flutkatastrophe im Dorf ehrenamtlich hilft, sind dankbar für die Unterstützung aus Hönnepel: Wir sind überwältigt und freuen uns, dass immer noch so viele Menschen an die Opfer der Flutkatastrophe denken“.

Ein Tag, der viele Leben veränderte

Swisttal-Odendorf hat die Flut hart getroffen. Durch das Dorf, nahe Euskirchen, fließt der Orbach, der eigentlich nur ein kleiner Bach ist. Er wurde aber am 14. auf den 15. Juli zu einem reißenden Fluss. Viele Menschen mussten sich aufgrund der Wassermassen auf die Dächer ihrer Häuser retten und verbrachten dort Stunden, bevor sie evakuiert wurden. Viele wussten nicht, was passierte, wurden vorher nicht gewarnt. Die Einwohner von Odendorf durften erst fünf Tage nach der Flut wieder ins Dorf zurückkehren, weil man sich nicht sicher war, ob die Steinbachtalsperre bricht. In der Zeit waren viele von ihnen in Notunterkünften untergebracht. Die Tage nach der Flut zeigen: Die Schäden im Dorf sind enorm. Viele Häuser müssen nicht nur kernsaniert werden, sondern sind nicht mehr standfest und müssen abgerissen werden, erzählen die Helfer der Fluthilfe. Viele ehrenamtliche Helfer hätten im Dorf mit angepackt und schnell auch ein Hilfsnetzwerk vor Ort aufgebaut, um die Menschen mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Artikeln zu versorgen. Auch heute werden die Angebote der Fluthilfe weiter genutzt: Rund 80 Personen nutzen täglich das Angebot und kommen am „Infopoint“, mitten im Dorf, zum Essen, sagt Elke Friedrich. Für viele sei das eine unheimliche Erleichterung, andere wiederum hätten keine Küche, sondern nur ein entkerntes Haus und seien deswegen darauf angewiesen. Für viele Menschen ist das Essen im Dorfmittelpunkt aber ein sozialer Treffpunkt: Ein Moment, in dem man rauskommen und sich mit anderen austauschen kann. Die neuen Corona-Regeln machten dies nicht gerade leichter, beschreibt es Fluthelferin Elke Friedrich. Aber am Ende blicke man immer positiv in die Zukunft. Und genau das sei in dieser Zeit auch wichtig. Neben dem Essen bietet die Fluthilfe nicht nur eine Kleiderausgabe in einer kleinen Kirche, sondern auch im Pfarrheim eine Ausgabe für andere Dinge wie Hygieneartikel, Gemeinschaftsspiele oder Geschirr – und sogar einen eigenen Bereich extra für Weihnachtsdekoration. Die Waren hier sind alle für die Flutopfer gespendet worden.

Aufbauarbeiten dauern noch Jahre

„Das wird wohl nicht nur Wochen oder Monate dauern, bis alle wieder in ihren Häusern sind, sondern wohl eher Jahre“, sagt Kai Imsande, Fluthelfer in Odendorf. Es werden im Dorf, schätzt Elke Friedrich, wohl am Ende rund 60-80 Familien sein, die Weihnachten nicht in ihren eigenen Häusern und Wohnungen verbringen können. Die Vertreter der Hönnepeler Vereine sind nach einem Rundgang durch das Dorf und einem Überblick über die verschiedenen Angebote der Fluthilfe sichtlich beeindruckt – „Man kann sich so etwas überhaupt nicht vorstellen. Das es auch jetzt immer noch so aussieht und das so viele Menschen bislang nicht wieder in ihren Wohnungen sind, gerade zur Weihnachtszeit, das ist wirklich unglaublich“ sagt Norbert Remy, der die Spendenaktion für die Fluthilfe initiiert hat. Die Fluthilfe in Odendorf leiste eine enorm wichtige Arbeit, sowohl materiell als auch sozial. Immer auch mit einem Blick auf die Familien, insbesondere auf die Kinder und Jugendlichen. Gerade deswegen sei die Spende aus Hönnepel genau an der richtigen Stelle angekommen. Da sind sich die Vertreter der Hönnepeler Vereine einig.

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